Geschichte Sphinx

Große Sphinx von Gizeh

Die Große Sphinx von Gizeh

Die (auch der) Große Sphinx von Gizeh in Ägypten  ist die mit Abstand berühmteste und größte Sphinx. Sie stellt einen liegenden Löwen mit einem Menschenkopf dar und wurde vermutlich in der 4. Dynastie während der Herrschaft von Chephren (um 2520 bis 2494 v. Chr.( nach anderen Angaben 2570 bis 2530 v. Chr.) errichtet.

Die Sphinx ragt seit mehr als vier Jahrtausenden aus dem Sand der ägyptischen Wüste, wobei sie die meiste Zeit bis auf den Kopf von Sand bedeckt war, was zu ihrer Erhaltung beitrug.

Die Sphinx ist in Ost-West-Achse orientiert und besteht aus einem Menschenkopf auf einem Löwenkörper, wobei der Menschenkopf in Relation zum Löwenkörper zu klein geraten ist. Der Grund für diese Disproportion ist unbekannt. Einige Forscher vermuten, dass die Sphinx ursprünglich einen größeren Kopf hatte und der heutige Kopf eine spätere Veränderung darstellt. Als Beleg dient u. a. die Sphinx der Königin Hetepheres II aus Abu_Roasch die als Tochter des Cheops der gleichen Zeit entstammt. Eindeutig beweisen konnten sie diese These jedoch nicht.

Der Kopf der Sphinx ist von einem Nemes-Kopftuch bedeckt. Die Nase ist, wie auch der Kinnbart abgebrochen. Stücke des Bartes befinden sich heute im British Museum in London. Der Löwenkörper besteht aus Rumpf, Vorder- und Hinterbeinen sowie einem Schwanz, der sich um den Oberschenkel des rechten Hinterbeins windet. Heute ist die Sphinx etwa 73,5 m lang und ca. 20 m hoch.

Die Sphinx wurde aus dem Rest eines Kalkstein gehauen, der als Steinbruch für die Cheops-Pyramide diente. Sie befindet sich dadurch in einer Mulde, die im Laufe der Zeit immer wieder von Flugsand aufgefüllt wurde, wodurch sie jahrhundertelang oft nur mit dem Kopf über den Sand ragte. Farbreste am Ohr lassen darauf schließen, dass die Figur ursprünglich farbig bemalt war, ihr Körper war dabei mit rötlicher Ockerfarbe überzogen. Neben der Sphinx wurde ein Tempel aus demselben Stein errichtet, der mit dem Taltempel der Chephren-Pyramide fast exakt in einer Linie liegt und über einen ähnlichen Aufbau verfügt. Untersuchungen des Geologen Thomas Aigner legen nahe, dass auch die Steinblöcke des Chephren Taltempels aus demselben Gestein bestehen. Somit wären beide Tempel zur gleichen Zeit wie die Sphinx entstanden.

Die Sphinx wurde mehrfach restauriert. Nach ihrer Entstehung in der 4. Dynastie wurde sie von der 18. Dynastie erneut restauriert. Als Datierung geht man von 1515 bzw. 1415 v. Chr. aus, was der Regierungszeit vonAmenophis I., wahrscheinlicher aber Amenophis II., dem Sohn des Thutmosis_III. entsprechen würde. Möglicherweise ist der disproportionale Kopf in dieser Zeit nachgearbeitet worden. Daneben wurden nachweislich Teile der Pranken restauriert.

Thutmosis_IV. errichtete zwischen den Pranken der Sphinx die sogenannte Traumstele, deren Inschriften aus seinem Leben und von seiner Berufung zum Pharao berichten. Eine weitere Restaurierung lässt sich in die griechisch-römische Zeit datieren und betrifft wiederum die Pranken der Sphinx. Sie könnten aus der Zeit der Ptolemäer stammen und lässt sich ebenfalls durch Ziegelsteine jener Zeit nachweisen. Auch die römischen Kaiser Marcus Aurelius und Septimius Severus ließen die Sphinx vom Sand befreien und säubern. 1818 wurde die Sphinx durch Caviglia erneut freigelegt. Er fand auch Fragmente des abgebrochenen Bartes. Ihm folgten Émile Baraize und später auch der Engländer Perring, der auf der Suche nach geheimen Kammern in der unmittelbaren Umgebung des Sphinx auch diverse Bohrungen vornahm. Vier Schächte zeugen noch heute von den Versuchen hinter das Geheimnis der Sphinx zu kommen. Einer der Schächte befindet sich hinter der Traumstele, ein zweiter auf dem Rücken der Sphinx. Zwei weitere führen von der Seite unter die Sphinx. Alle Schächte verlaufen ins Leere.

Die vorletzte Restaurierung der Sphinx entstand im 19. Jahrhundert zur Zeit von Auguste Mariette und Gaston Maspero. Dabei wurde der Hals mit Mörtel verstärkt, da der Kopf abzubrechen drohte. Ein weiterer Riss zog sich durch den Körper, der mit Stein aufgefüllt und mit Mörtel verschlossen wurde. Obwohl die Nutzung von Mörtel und Beton stark kritisiert wurde, hat sie uns dennoch die Sphinx in ihrer heutigen Form erhalten. Des Weiteren ließ Mariette eine Statue des Chephren vom unteren Taltempel in das von ihm neu gegründete Ägyptische Museum in Kairo abtransportieren, wo sie den Ägyptern erstmals ihre großartige Vergangenheit vor Augen führte. Die letzte Restaurierung fand 1998 unter Leitung von Zahi Hawass statt und endete am 25. Mai 1998 mit der feierlichen Einweihung der rundum erneuerten Sphinx.

Der stärker als der Kopf verwitterte Zustand des Rumpfes ist bedingt durch Feuchteschäden infolge des früher deutlich regenreicheren Klimas Ägyptens. Außerdem war die Sphinx – wie schon Thutmosis IV. auf seiner Traumstele festhält – immer wieder längere Zeit von Sand bedeckt, nur der Kopf schaute heraus.

Quelle : Wikipedia