Geschichte

Der Nil 

altägyptisch Iteru, Gery, koptisch Piaro oder Phiaro, ist ein Strom in Afrika. Er erstreckt sich über eine Gesamtlänge von annähernd 7000 km (allerdings unterbrochen durch den Victoriasee) und gilt traditionell als der längste Fluss der Erde. Inzwischen ist jedoch umstritten (und noch nicht geklärt), ob er nicht nach dem Amazonas als zweitlängster Fluss einzuordnen ist. Beide Flüsse sind ca. 7000 km lang; je nach Zählung der Zuflüsse sind es einige wenige Kilometer mehr oder weniger. Der Nil entspringt in den Bergen von Ruandaund Burundi, durchfließt dann Tansania, Uganda, den Südsudan und den Sudan, bevor er in Ägypten in das Mittelmeer mündet. Das meiste Wasser erhält er aus den wechselfeuchten Tropen Ostafrikas und zu einem geringeren Teil aus den immer feuchten Tropen Zentralafrikas. Als einziger Fluss der Erde durchquert er dann vollständig einen der beiden subtropischen Trockengürtel, der hier zudem die zweitgrößte Wüste der Erde, die Sahara, hervorgebracht hat. Die besonderen Eigenheiten des Flusses ließen an seinen Ufern eine der frühesten Hochkulturen entstehen. Auch heute noch ist der Nil für Ägypten von entscheidender wirtschaftlicher Bedeutung.

Länge

Mit einer von den Quellen des Kagera-Nils aus gemessenen Länge von insgesamt 6852 Kilometern – nach älteren, aber weiterhin verbreiteten Angaben auch 6671 Kilometern – gilt der Nil heute als der zweitlängste Fluss der Erde nach dem Amazonas. Die Encyclopædia Britannica beziffert die Gesamtlänge mit rund 6650 Kilometern. Chinesische Wissenschaftler kamen dagegen 2009 durch Einbeziehung des Rukarara-Quellflusses auf eine Länge von 7088 Kilometern und betrachteten den Nil nach wie vor als längsten Fluss der Welt.

Hinter dem Victoriasee verbleibt ein Fließ weg von rund 5960 Kilometern; ab Khartum, wo der Blaue Nil in den Weißen Nil fließt, sind es noch rund 3090 Kilometer; und nach dem Übertritt der Landesgrenze nach Ägypten bis zur Mündung verbleiben noch rund 1510 Kilometer.

Wasserführung

Von der mittleren Wasserführung von 2770 m³/s unterhalb der Einmündung des Atbara im Mittellauf erreichen unter natürlichen Bedingungen nur etwa 1250 m³/s das Mündungsgebiet unweit von Kairo; hinsichtlich der Wasserführung wird der Nil somit von zahlreichen Flüssen geringerer Länge weit übertroffen. Bedingt durch die starken Entnahmen zu Bewässerungszwecken erreichen heute nur rund 140 m³/s das Mittelmeer.

Die Wasserführung des Nils schwankt stark, so wurden in Assuan in der Periode 1971/72 nur 50 Mrd. m³/Jahr gemessen, in der Periode 1975/76 aber 100 Mrd. m³/Jahr. Der Effekt der Schwankungen wird dadurch verstärkt, dass häufig mehrere wasserarme Jahre aufeinanderfolgen und ebenso mehrere wasserreiche Jahre. Die 1960er Jahre führte der Nil viel Wasser, während die 1980er Jahre niedrige Wasserstände hatten. Auch die beiden Quellflüsse gleichen die Wasserführung des Nils nur selten aus. Sie können beide viel Wasser führen oder, wie in den 1980er Jahren, beide wenig Wasser, was für Ägypten fast zu katastrophalen Folgen führte.

Quelle : Wikipedia