Geschichte

Kloster des Heiligen Simeon (Deir Anba Simaan)

Auf einer Anhöhe gelegen ragen 700 Meter nordwestlich des Nils, westlich der Kitchener-Insel, die Ruinen des Simeonklosters aus dem Sand der Libyschen Wüste. Der Gebäudekomplex wurde nach der Christianisierung Oberägyptens ab dem Jahr 571 zu Ehren des Lokalheiligen Anba Simaan errichtet, war jedoch eigentlich nach einem Einsiedler Anba Hadra (Hatre, Hidra, Hadri) benannt, der durch Theophilos, von 385 bis 412 der 23. Patriarch von Alexandria, zum Bischof von Syene geweiht wurde.[18] Trotz erheblicher Bauschäden zählt es zu den besterhaltenen koptischen Klöstern Ägyptens.

Die auf zwei Ebenen angelegten Gebäude boten Wohnraum für etwa 300 Mönche und weitere Räumlichkeiten zur Aufnahme mehrerer hundert Pilger. Während seiner 750-jährigen Existenz gab es häufig Angriffe von Nomaden, aber auch, wegen eines fehlenden Brunnens, Schwierigkeiten mit der Wasserversorgung. Nach der Zerstörung durch die Araber 1321, bei der zahlreiche Mönche getötet und vertrieben wurden, gab man das Kloster auf. Das auf zwei unterschiedlich hohen Felsterrassen erbaute Kloster ist von einer sechs bis sieben Meter hohen Mauer umgeben, im unteren Bereich aus Bruchstein bestehend mit darauf gesetzten ungebrannten Lehmziegeln.Der Hof der unteren Terrasse ist über eine Tür im Ostturm erreichbar. Südlich grenzt eine dreischiffige Basilika aus dem 9. Jahrhundert an die Terrasse, deren Steinfußboden sich gut erhaltenhat. Das Mittelschiff war ursprünglich mit Kuppeln versehen. In der Apsis des dreiteiligen Sanktuarium sind Reste religiöser Fresken zu besichtigen. Rechtsseitig führt eine Tür hinter die Apsis ins Baptisterium. Flankiert wird das Kloster durch mehrere in den Fels gehauene Grotten, die den ersten Mönchen wahrscheinlich als Behausungen dienten. In einer Grotte westlich der Kirche sind beschädigte Malereien mit Heiligendarstellungenerhalten. Treppen im Nordwesten führen zur oberen Terrasse, zum ehemaligen Hauptgebäude (Kasre). Nur zwei der ehemals drei Stockwerke des Hauptgebäudes mit seinen Schlafzellen, Gemeinschafts- und

Wirtschaftsräumen sind noch vorhanden.

Quelle Wikipedia